Deutschland ist reich an unterschiedlichsten Landschaftsformen. Sie alle sind die Grundlage unserer Geschichte und Kultur. Herausentwickelt haben sich Kulturlandschaften mit ihren besonderen Prägungen. Beispiele finden sich viele, wie der Märchenwald der Gebrüder Grimm mit dem „Dornröschenschloss“ Sababurg in Hessen. Als Reinhardswald ging er in die Geschichte des Widerstands gegen die industrielle Überformung durch Windindustrieanlagen ein.
Ursprünglich als Naturpark ausgezeichnet, wird er nun als Windindustriegebiet genutzt. Die Hessenschau berichtet am 30. Oktober 2025: „Windpark Reinhardswald wird sichtbar“. Trotz verlorener Klagen geht der Widerstand weiter, wie die Hessischen/Niedersächsischen Allgemeine (HNA) in ihrem Beitrag „Windpark Reinhardswald: Wesertal setzt nach Gerichtsentscheidung weiter auf Widerstand“ vom 10.01.2026 vermeldet. Dieser Widerstand ging sogar in eine Ansprache von Alice Weidel ein. Die Empörung darüber war groß, wie auch das Online-Portal von Telepolis berichtet.
Doch auch in Baden-Württemberg gibt es Beispiele genug, wie der Hegau, der Schwarzwald oder der Donauverlauf ab Beuron durch das spektakuläre Durchbruchstal des Naturparks Obere Donau, geprägt von steilen Kalksteinfelsen, Burgen und engen Windungen. So auch das Kernland der Staufer, mit der weithin sichtbaren Landschaftsmarke der drei Kaiserberge um den Hohenstaufen, dem Stuifen und dem Rechberg.
Angrenzend befindet sich das Kloster Lorch, ursprünglich als Grablege der Staufer gedacht, und das Kloster Adelberg.
Ebenso ist die Schwäbische Alb und sein Albvorland zu nennen, mit den unzähligen Burgen und Klöstern aus mittelalterlicher, aber auch aus spätromantischer Zeit des 19. Jahrhunderts.
Hierbei sticht das Schloss Lichtenstein, erbaut im romantischen Stil und inspiriert von Wilhelm Hauffs Roman „Lichtenstein“, besonders hervor. 1842 wurde es nahe den Überresten der mittelalterlichen Burg Alt Lichtenstein erbaut. Hoch oben am Übergang zur Schwäbischen Alb thront es mit seinem alten Forsthaus und dem Wilhelm Hauff Denkmal über dem Tal der Echaz bei Honau im Kreis Reutlingen.
Direkt hinter dem Schloss und vor einer der beliebtesten Schauhöhlen im UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb, der Bärenhöhle mit seinem Freizeitpark, stehen nun fünf Windindustrieanlagen des Windparks Sonnenbühl/Hohfleck mit 198 m Gesamthöhe.
Die Windindustriezone Hohfleck wurde seit Beginn der Planung in 2015 massiv bekämpft. Die Naturschutzinitiative e.V. klagte gegen die Genehmigung, wobei insbesondere die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes (nahe Schloss Lichtenstein) und den Artenschutz in der Kritik standen. Nach langem Ringen wurde im Juli 2022 die Genehmigung durch das Landratsamt Reutlingen erteilt.
Die „Süddeutsche“ schreibt in einem Bericht vom 20. 12. 2022 mit dem Titel „Ohne Erfolg: Klage gegen Windpark im Kreis Reutlingen“:
„Schon früh hatten sich eine Bürgerinitiative, das Regierungspräsidium Tübingen sowie das Landesdenkmalamt gegen den Windpark Hohfleck ausgesprochen. Sie argumentierten, dass die Wirkung des Schlosses durch die Windräder beeinträchtigt werden würde. Es kam zu Tausenden Einwendungen gegen das Projekt. Anträge wurden abgelehnt, Widersprüche zurückgewiesen, dann beschäftigten sich das Verwaltungsgericht Sigmaringen und schließlich der Verwaltungsgerichtshof mehrere Jahre mit dem Fall.“
Das Perfide an dem Fall Lichtenstein ist, dass die Genehmigungsbehörde zwar das Vorhaben genehmigt hat, aber aus Gründen des Naturschutzes hohe Auflagen bestehen. So müssen die Anlagen über die Hälfte des Jahres tagsüber abgeschaltet werden wegen Vogelschlags und Nachts zeitweise zum Schutz der Fledermäuse. Damit ist eindeutig belegt, dass die Maschinen nicht zur Stromerzeugung geeignet sind und eine sichere Versorgung nicht möglich ist. Deshalb müsste nach unserer Ansicht die Privilegierung entfallen und wären in Abwägung öffentlicher Belange nicht genehmigungsfähig.
Wir haben in unserer Broschüre „Energiewende in Baden-Württemberg“ auch dieses Vergehen an unseren Kulturlandschaften mit einer Visualisierung aufgezeigt. Nun ist es Wirklichkeit geworden.
Die Alternative für Deutschland hat sich dem Thema Energieerzeugung aus unseren Naturräumen am 23. Und 24 Januar 2026 mit einem Windkraft-Symposium gewidmet. Es wurden hierbei Redner und Experten aus allen Bereichen eingeladen. Unter anderem berichteten Bürgerinitiativen über konkrete Erfahrungen, Strategien und Hindernisse im Kampf gegen Windkraftprojekte – ausgehend von der öffentlichen Kommunikation bis hin zu Behördenverfahren, Gesetzen und Genehmigungsfragen.
Wir zeigen hier den 2. Tag des Symposiums. Ab 1:42:42 der Einstiegsvortrag von Carolin Bachmann MdB über den Widerstand gegen die Windkraft und ab 1:53:33 die beeindruckende Rede von Ingolf Weber, Vorstand von Bürgerinitiative Pro-Heuchelberg e.V.:
Es lohnt sich, die gesamten Livemitschnitte des Symposiums anzuschauen.
So bewahrheitet sich die Geschichte des Bildersturms, wie es der gute Enoch zu Guttenberg (Gott hab ihn selig) in einer seiner Rede schon 2015 bei uns in Göppingen beschrieben hat:
„Die Welt empört sich zurecht, zurecht über die unglaubliche Rohheit, mit der der Islamische Staat Weltkulturerbe wie Al Hadre [Al-Hadra], Nimrud, oder das Museum in Mossul brutal zerstört.
Meine Damen und Herren, was geschieht eigentlich hier in unseren höchsten Kulturgütern zu denen zweifelsfrei unsere letzten erhaltenen Kulturlandschaften gehören. - Ich weiß, es mag schockieren, sie dürfen auch Pfeifen, aber dieser Vergleich drängt sich mir auf, einschließlich der ideologischen Verblendung, die da, wie hier, ihr Unwesen treibt.
Es fällt mir zutiefst schwer, meine Damen und Herren, es fällt mir wirklich schwer, aber diese Verbrechen, nicht die, wenn sie Kinder und Frauen töten, aber diese kulturellen Verbrechen, die die da drüben machen und die, die hier geschehen, schenken sich nichts, hier wie dort und dort wie hier. Umso mehr bewundere ich diejenigen, die sich dagegen wehren“
Wir haben uns mit dem Thema der Kulturlandschaft in unserem Beitrag „Landschaft als sinnliches Erlebnis“ auseinandergesetzt.



